
Ein gewachsenes B2B-SaaS-Produkt wird selten durch eine einzelne neue Funktion schwer verständlich. Zuerst kommt nur eine Erweiterung hinzu, die einen neuen Bericht nach sich zieht. Daraufhin wird das Rollenmodell angepasst und der Admin-Bereich bekommt zusätzliche Optionen. Am Ende verlangt eine Integration ihren eigenen Einstieg. Jede dieser Entscheidungen kann sinnvoll sein. Mit der Zeit verändert sich dadurch trotzdem die Struktur.
Was am Anfang klar gegliedert war, verliert an Übersicht. Begriffe überlappen sich, sodass Icons um Aufmerksamkeit konkurrieren und Menüs ausgerechnet an den Stellen wachsen, an denen sie Orientierung geben sollten. Nutzer müssen erst verstehen, wo sich etwas befindet, bevor sie ihre eigentliche Aufgabe erledigen können.
In diesem Artikel erkläre ich, warum sich Funktionsumfang und Einfachheit in gewachsenen B2B-SaaS-Produkten in die Quere kommen.
Artikelübersicht
- Funktionsumfang ist nicht gleich Nutzbarkeit
- Wenn Icons zur eigenen Sprache werden
- Wiedererkennen ist leichter als Erinnern
- Wie Funktionswachstum die Struktur schwächt
- Einfachheit und Auswahl
- Woran Teams strukturelle Unübersichtlichkeit erkennen
- Was bessere Struktur bedeuten kann
- Fragen, die Produktteams stellen sollten
- Fazit
Ich bin Manuela, freiberufliche UX/UI-Designerin aus München. Seit 2013 bin ich selbständig und arbeite an gewachsenen B2B-Webanwendungen und bringe sie zurück in eine klare Struktur. Hier im Blog schreibe ich über Reibung in Software und über die Annahmen in der Produktarbeit, die immer wieder in die Irre führen. Außerdem gebe ich Einblicke, wie ich an diese Themen herangehe.